So ...
Es ist Freitag .. am Morgen ...
Ich höre mir eine CD von Iron Maiden an ... die war gerade so bequem angewählt im Media Player Classic.
Das war gestern ein Tag.
Der Morgen ist gestern an mir vorbeigeschlichen, ohne das ich gross was zu tun hatte.
Ich hatte mir vorgenommen, am Nachmittag meine Wäsche zu waschen und ins Coop zu gehen. Coop deshalb, weil ich unbedingt Handcreme nötig hatte. Bis gestern sahen meine Hände aus, als ob die Sahara es sich auf ihnen gemütlich gemacht hätte. Ausgetrocknet, schrumpelig und so richtig hässlich.
Zwar hatte ich Angst, aus dem Haus zu gehen, ab nach unten, Richtung Bahnhof und ins Coop, aber, zum Wohle meiner Hände, habe ich mich schlussendlich doch noch auf den Weg gemacht.
Jedesmal, wenn mir jemand über den Weg gelaufen ist, habe ich auf mein Smartphone geschielt und irgendetwas gemacht, oder habe einfach zur Seite gesehen.
Unwohlgefühlt habe ich mich auf jeden Fall schon, sobald jemand in meine Nähe gekommen ist.
Im Coop selber war es dann auch so, dass ich erst zur Kasse gegangen bin, als ich sicher war, dass nicht gerade jemand anderes anstehen wollte. Ja, so kann man einen Einkauf auch in die Länge ziehen.
Ein weiteres Ziel war es an diesem Tag, dass ich den Bus zurück nehmen würde.
Soweit so gut. Ich habe mir also ein Ticket gekauft, auf den Bus gewartet und, während des Wartens, intensiv mit dem Smartphone gewirkt, in der Hoffnung, die anderen Leute würden mich nicht sehen, oder auch übersehen.
Schlussendlich ist der Bus gekommen, ich steige ein, wie immer, ganz nach hinten, wo man sich so gut verstecken kann.
Die Reise ging los. Je länger die Fahrt dauerte, desto nervöser wurde ich, weil ich irgendwie immer mehr das Gefühl hatte, der Bus würde nicht dorthin fahren, wo ich hinwollte.
Tja, recht hatte ich.
Zum Glück fuhr der Bus von der Endstelle wieder zum Bahnhof zurück. Dort habe ich mir dann den Fahrplan noch einmal genauer angesehen und ich denke, mein Fehler lag darin, dass ich nicht gesehen habe, dass ich bei einer bestimmten Haltestelle hätte aussteigen müssen, um dann auf einen anderen Bus zu wechseln.
Worauf ich aber stolz bin ist, dass ich an der Endstelle nicht ausgestiegen bin, obwohl ich dieses Reissen in mir hatte, von wegen, ich habe mich geschämt, war nervös und Gedanken wie: was soll der Fahrer jetzt von mir denken, der hält mir doch für blöd ... durch den Kopf schossen.
Nein, ich bin sitzen geblieben und ab ging es wieder zum Bahnhof.
Von dort bin ich dann zu Fuss zurückgegangen. Was auch nicht ganz einfach war, weil es doch recht steil hinaufgeht und vor allem, mit Treppenstufen. Diesen Weg rauf musste ich etwa fünf oder sechsmal eine Pause machen, um wieder zu Atem zu kommen.
Aber, irgendwie habe ich es dann doch geschafft und bin in mein Zimmer gekommen. Dort musste ich mich aber zuerst einmal hinlegen und ausruhen.
Bevor ich es vergesse.
Um ein wenig weiter zu üben, war ich noch auf der Post, wo ich eine Rechnung über Fr. 9.90 bezahlt habe. Es ging mir einfach darum, hineinzugehen, zu warten, bis ich an der Reihe bin und unter Menschen zu sein, ohne gleich zusammenzubrechen oder ganz nervös zu werden.
Auch das hat so einigermassen funktioniert.
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