Samstag, 28. April 2012

Es ist Samstag.


Nachmittag.


Draussen scheint die Sonne und es windet recht heftig.


Eigentlich hatte ich ja gehofft, dieses Wochenende einkaufen gehen zu können. Na ja, zuerst hat es auch so ausgesehen, als ob Reto Zeit hätte, aber dann sind ihm ein paar Dinge dazwischen gekommen. Sei es, dass er auf seine Kinder aufpassen muss / darf und noch einen Wohnwagen abholen muss.


Meine Mutter und Salvi hatten auch keine Zeit. Von wegen, Salvi ist erst ab 18 Uhr wieder zu Hause. 


Natürlich steht mein Auto ja nicht in Schönenwerd, was Sinn gemacht hätte, sondern wieder in Tägerig. Würde es in Schönenwerd stehen, hätte meine Mutter ja kommen können. Ach ne, ich habe vergessen, das hätte sie ja nicht gemacht. Von wegen: ich weiss den Weg nicht, ich habe ach so viel zu tun, und noch tausend weitere Ausreden. Aber das bin ich mich ja schon gewohnt, dass sie immer und immer wieder nein sagt, wenn ich mal nach etwas frage. Jedesmal, wenn es wirklich dringend ist, wenn meine Mutter die letzte Möglichkeit ist, dann sagt sie nein und ich stehe da und gucke blöd in die Wäsche.


Eines wird mir dann jedesmal aufs neue ganz klar: ich bin so ziemlich alleine auf dieser Welt. 


Klar, es gibt einiges, das sie für mich macht: Wäsche waschen (was ich aber eigentlich selber kann, nur lässt sie mich ja nicht gerne an ihre Maschine, weil sie ja so viel Angst hat, ich könnte das Teil kaputt machen). Statt mir zu erklären, wie das Gerät funktioniert und auf was ich aufpassen muss, wo ich vorsichtig sein sollte, stellt sie auf stumm, und will es doch nur alleine machen. 


Da komme ich mir jedesmal so richtig dumm vor und mir wird das Gefühl gegeben, dass ich nicht fähig bin und vor allem nicht fähig bin, dazuzulernenl. 


Hält meine Mutter mich wirklich für so dumm? Traut sie mir wirklich so wenig zu?? Ich weiss nur, das mir immer wieder dieses Gefühl gegeben wird. 


Jetzt sitze ich also hier in Kilchberg und weiss nicht, was ich denken soll. 


Eigentlich sollte ich einkaufen gehen, aber ich mag einfach nicht. Dazu müsste ich weiss der Geier wohin fahren mit Bus und Zug und ich denke, dann müsste ich auf die Getränke verzichten, die ich hauptsächlich kaufen müsste, da ich die sicher nicht den ganzen Weg schleppen könnte. Super, und wegen dem Rest, lohnt es sich gar nicht erst, sich auf den Weg zu machen.


 Wie gesagt; ich sitze hier und fühle mich einfach nur alleine ... verlassen ist auch ein guter Ausdruck.


So wie ich das sehe, werde ich dieses Gefühl immer mit mir rumtragen, und es wird sich wohl nie etwas daran ändern. 


Ab und an frage ich mich schon, ob es überhaupt einen Menschen gibt, der sich mit mir abgeben will.


So wie es aussieht, werde ich immer alleine sein.


Man, muss ich ein Arsch sein, wenn sogar meine Mutter so wenig wie möglich mit mir zu tun haben will. 


Lustig finde ich, wenn sie ab und zu sagt, dass sie mich nicht verstehen kann. Dann bekommt sie die Chance, mich besser verstehen zu lernen, indem sie mit meiner Therapeutin reden kann und was stelle ich fest: sie will nicht mit ihr reden und schlussendlich versteht sie mich am Schluss noch weniger als vorher. 


Super ... alles ganz toll ... 


Wenn das nicht alles so scheisse und traurig wäre, würde ich anfangen zu heulen.


Gäbe es mich von einer Sekunde auf die andere nicht, keiner würde es merken, oder vielleicht ein oder zwei Menschen, aber nicht viel mehr.  Ich würde es wahrscheinlich nicht mal seber merken, würde ich mich einfach in Luft auflösen.


Was soll der Scheiss eigentlich .. Mein Leben scheint wohl nie besser zu werden .. 



Freitag, 20. April 2012

Es ist noch immer Freitag ...

Es ist noch immer am Morgen .. des gleichen Tages ...

Kunsttherapie .... 

Schon zu meiner Zeit auf der Barmelweid war ich einmal in der Kunsttherapie.

Gebracht hat es nichts.

Es wird einfach Zeit, mir einzugestehen: ich kann mit Kunst im allgemeinen nichts anfangen. 
Das liegt sicher auch daran, dass ich eine Mischung aus ADHS und Asperger bin. Ich sehe viele Dinge anders, als die sogenannten normalos, so auch alles, was mit Kunst zu tun hat.

Jedesmal wenn ich höre oder lese, dass wieder ein Bild für so und so viele Millionen über den Tisch gegangen ist, stelle ich mir die Frage: Warum?? Wenn ich die Bilder sehe, die so viel kosten, stelle ich mir die Frage: Warum?? Ich verstehe es einfach nicht.

Ab und zu kommt es dann vor, dass jemand versucht mir erklären, warum und wieso. Aber auch das verstehe ich dann nicht. Liegt wohl daran, dass das etwas mit Gefühlen zu tun hat, oder einer Gefühlsebene, die mir einfach fehlt, oder die nie ausgebildet worden ist. 

Für mich ist ein Bild ein Bild, egal wer es gemalt, gezeichnet oder was auch immer hat. 

Ich könnte mir so was nicht mal aufhängen. Warum? Da hängen dann mehrere Millionen an der Wand... und, so wie die Welt ist, gäbe es sicher den einen oder anderen, der sich überlegt, sich dieses Bild unter die Fingernägel zu reissen. 

Ne, mit so was will ich dann doch nichts zu tun haben. 

Ja klar, von der logischen Seite her ist es sicher eine gute Wertanlage und für so was muss man ja nichts fühlen, sondern das Bild haben und wissen, das man in der Schublade ein Bild hat, dass einen gewissen Wert für andere darstellt. Für mich kann es ja noch immer ein Stück bemalte Leinwand sein. Mehr aber auch nicht.

Ich denke, das erklärt auch, warum ich nicht gerne male, bastle oder was auch immer. Ich sehe den Sinn dahinter nicht.  Da scheint wirklich etwas zu "fehlen". Sagen wir mal, ich vermisse es auf jeden Fall nicht. 

Man könnte jetzt sagen: mit vielen Gemälden, Figuren und so weiter, wird auch eine Botschaft geliefert.

Super ... Es ginge schneller, die Botschaft kurz auf ein Papier niederzuschreiben und sie so weiterzugeben. Ein paar Minuten und so ziemlich jeder kann die Botschaft verstehen. Warum in einem Gemälde verstecken? Nur um seine Mitmenschen auf die Probe zu stellen? Zu nerven? Oder einfach nur, weil es einem ein wenig langweilig ist?

Wenn ich was sagen will, hole ich mir ja auch keine Enigma und verstecke die Botschaft in einem Code ... 

Donnerstag, 19. April 2012

So ...


Es ist Freitag .. am Morgen ...


Ich höre mir eine CD von Iron Maiden an ... die war gerade so bequem angewählt im Media Player Classic.


Das war gestern ein Tag.


Der Morgen ist gestern an mir vorbeigeschlichen, ohne das ich gross was zu tun hatte.


Ich hatte mir vorgenommen, am Nachmittag meine Wäsche zu waschen und ins Coop zu gehen. Coop deshalb, weil ich unbedingt Handcreme nötig hatte. Bis gestern sahen meine Hände aus, als ob die Sahara es sich auf ihnen gemütlich gemacht hätte. Ausgetrocknet, schrumpelig und so richtig hässlich.


Zwar hatte ich Angst, aus dem Haus zu gehen, ab nach unten, Richtung Bahnhof und ins Coop, aber, zum Wohle meiner Hände, habe ich mich schlussendlich doch noch auf den Weg gemacht.


Jedesmal, wenn mir jemand über den Weg gelaufen ist, habe ich auf mein Smartphone geschielt und irgendetwas gemacht, oder habe einfach zur Seite gesehen. 


Unwohlgefühlt habe ich mich auf jeden Fall schon, sobald jemand in meine Nähe gekommen ist.


Im Coop selber war es dann auch so, dass ich erst zur Kasse gegangen bin, als ich sicher war, dass nicht gerade jemand anderes anstehen wollte. Ja, so kann man einen Einkauf auch in die Länge ziehen.


Ein weiteres Ziel war es an diesem Tag, dass ich den Bus zurück nehmen würde.


Soweit so gut. Ich habe mir also ein Ticket gekauft, auf den Bus gewartet und, während des Wartens, intensiv mit dem Smartphone gewirkt, in der Hoffnung, die anderen Leute würden mich nicht sehen, oder auch übersehen.


Schlussendlich ist der Bus gekommen, ich steige ein, wie immer, ganz nach hinten, wo man sich so gut verstecken kann.


Die Reise ging los. Je länger die Fahrt dauerte, desto nervöser wurde ich, weil ich irgendwie immer mehr das Gefühl hatte, der Bus würde nicht dorthin fahren, wo ich hinwollte. 


Tja, recht hatte ich. 


Zum Glück fuhr der Bus von der Endstelle wieder zum Bahnhof zurück. Dort habe ich mir dann den Fahrplan noch einmal genauer angesehen und ich denke, mein Fehler lag darin, dass ich nicht gesehen habe, dass ich bei einer bestimmten Haltestelle hätte aussteigen müssen, um dann auf einen anderen Bus zu wechseln.


Worauf ich aber stolz bin ist, dass ich an der Endstelle nicht ausgestiegen bin, obwohl ich dieses Reissen in mir hatte, von wegen, ich habe mich geschämt, war nervös und Gedanken wie: was soll der Fahrer jetzt von mir denken, der hält mir doch für blöd ... durch den Kopf schossen.


Nein, ich bin sitzen geblieben und ab ging es wieder zum Bahnhof. 


Von dort bin ich dann zu Fuss zurückgegangen. Was auch nicht ganz einfach war, weil es doch recht steil hinaufgeht und vor allem, mit Treppenstufen. Diesen Weg rauf musste ich etwa fünf oder sechsmal eine Pause machen, um wieder zu Atem zu kommen.


Aber, irgendwie habe ich es dann doch geschafft und bin in mein Zimmer gekommen. Dort musste ich mich aber zuerst einmal hinlegen und ausruhen.


Bevor ich es vergesse.


Um ein wenig weiter zu üben, war ich noch auf der Post, wo ich eine Rechnung über Fr. 9.90 bezahlt habe. Es ging mir einfach darum, hineinzugehen, zu warten, bis ich an der Reihe bin und unter Menschen zu sein, ohne gleich zusammenzubrechen oder ganz nervös zu werden.


Auch das hat so einigermassen funktioniert.



Mittwoch, 18. April 2012

Mittwoch ...

Bald einmal Mittag ...

Was für ein Morgen ....

Eigentlich hatte ich ja noch die Hoffnung, dass es ein einfacher, angenehmer Tag werden würde.

Es fing dann beim Frühstück an:

Da hiess es plötzlich etwas von einem Interview. Psychologie und ein Interview? Das hat mich schon einmal aus dem Tritt gebracht. Und wie es mich aus dem Tritt gebracht hat.

Mein Herzschlag war noch eine Stunde später mehr als überhöht und auf einem Niveau, wie ich es schon lange nicht mehr hatte.

Auf jeden Fall hat sich in mir so was wie Panik breit gemacht. Eigentlich wusste ich schon gar nicht mehr so richtig, wo oben und unten ist. 

Dann erfahre ich noch, dass ich heute am Morgen
Sozialkompetenztraining hätte.

Kurz vor viertel nach neun bin ich dann ins Stations-Zimmer gegangen, wo ich mir meine Medikamente abholen gegangen bin.

Von dort ging es dann Richtung Fernsehzimmer, wo das Training stattfinden sollte.

Bis knapp zwei Schritte davor habe ich es geschafft. Dann habe ich gesehen, wie viele Leute dort schon drinnen sind und schon habe ich eine Wendung eingelegt und bin Richtung Zimmer gegangen.

Das ganze hat mich mehr als genug Energie gekostet. Ich musste mich hinlegen und bin ein wenig eingedöst. Das hat sicher ein wenig geholfen.

Ich bin dann davon ausgegangen, dass ich um elf Uhr einen Termin bei der Psychologin habe, aber, ich habe dort auf dem Stuhl etwa 15 Minuten gewartet, aber nichts ist passiert ... von daher, bin ich dann wieder Richtung Zimmer gegangen, wo ich jetzt wieder bin.

 Sicher, es hätte mir mehr geholfen, wenn ich in den Fernsehraum gegangen wäre, aber irgendwie, war ich einfach weggetreten. Weg vom Fenster. Am liebsten würde ich heute gar nicht mehr rausgehen. 


Aufs Mittagessen habe ich irgendwie keine Lust. Mir fehlt zur Zeit der Mut, mich unter die Leute zu gehen. Weiss der Geier was die jetzt von mir denken. 


Sicher, ich schäme mich auch ein wenig, dass ich heute versagt habe. Mich so habe aus dem Tritt bringen lassen.


Mal sehen, was der Tag mir sonst noch zu bieten hat. Ernährungsberatung. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet. Ob ich vom Kopf her frei genug bin, um das alles aufzunehmen?